Ein bisschen was ist mehr als gar nichts

Ein bisschen was ist mehr als gar nichts

Wenn du schon mal eine Diät gemacht hast, kennst wahrscheinlich eine Situation wie diese: Du hast den ganzen Tag konsequent nach den Regeln deiner Diät gegessen. Am Nachmittag triffst du dich mit Freunden und weil das Wetter so toll ist, geht ihr ein Eis essen. Eigentlich willst du ja gar nicht. Aber komm, was soll es. Und jetzt wo du da bist, kannst doch auch eine kleine Kugel essen, oder? Man muss ja auch ein bisschen leben und sich mal was gönnen. Wieder zu Hause lacht dich im Kühlschrank die Tafel Schokolade an, der du seit Wochen ohne größere Probleme widerstehst. Aber auf einmal ist etwas anders. Denn du hast ja schon das Eis gegessen und deine Regeln gebrochen. Daher ist es jetzt doch eh egal, oder? Der Tag ist ja bereits verloren, also kommt es doch darauf auch nicht mehr an. Und abends gibst du dir dann auch noch die Tüte Chips. Was soll’s, das macht jetzt auch nichts mehr.

Wir denken in „Alles oder Nichts“

Auch wenn es in der Welt ziemlich viel grau gibt, denken wir oft schwarz / weiß. Entweder wir haben es geschafft oder wir haben es nicht geschafft. Entweder wir haben gewonnen oder wir haben verloren. Alles oder nichts! Dabei geht es bei den meisten Dingen in unserem Leben aber gar nicht um Gewinnen oder Verlieren. Es geht darum, dass wir uns kontinuierlich in die richtige Richtung bewegen. Aber diese Tatsache verdrängen wir immer wieder. Nachdem wir unsere Regeln gebrochen haben, fühlen wir uns wie Versager und werfen alles über Bord, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Dabei ist der Schaden am Ende natürlich viel größer als unser kleiner Ausrutscher am Anfang.

Nehmen wir einmal an, dass du hast dir vorgenommen hast, mehr zu sparen. Dann macht es natürlich schon einen Unterschied, ob du dir einmal eine neue Hose kaufst, oder ob du nach der Hose denkst „jetzt ist es doch eh egal“ und auf eine ausgedehnte Shopping Tour gehst. Im ersten Fall hast du vielleicht etwas mehr ausgegeben, als du eigentlich wolltest. Das ist ein kleiner Rückschlag, aber die passieren. Im zweiten Fall hast du viel mehr ausgegeben, als du wolltest und der Rückschlag ist schon erheblich größer.

Auch in umgekehrter Richtung gibt es diesen Effekt: Du hattest geplant heute 45 Minuten zu laufen, doch es kommt ein Termin dazwischen. Auf einmal hast du nur noch 25 Minuten zur Verfügung und denkst dir: “Das lohnt sich jetzt doch eh nicht, ich lasse es ganz”. Wenn du nicht dein perfektes Training machen kannst, lässt du es lieber ausfallen. Dabei ist es eigentlich ziemlich offensichtlich: 25 Minuten Training haben einen größeren Effekt als null Minuten Training.

Alles was du tust, zählt!

Es zählt jeder einzelne Euro, den du einnimmst und den du ausgibst. Es zählt jede Minute Training, die du absolvierst. Wenn wir unserem Ziel näher kommen wollen, sollten wir in beiden Beispielen eigentlich denken: „Ok, das ist jetzt nicht optimal, aber ich werde das Beste daraus machen“. Wir sollten uns darauf konzentrieren, was wir – auch im Moment eines Rückschlags – noch erreichen können. Ein bisschen was ist mehr als gar nichts!

Selbst wenn die dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Situation noch so gering sind: Du kannst dir selbst sagen, dass du unter den gegebenen Umständen das Meiste rausgeholt hast. Du hast nicht aufgegeben. Der Weg wird zum Ziel. Du hast deinen Weg weiter verfolgt, auch als dein Leben dir mal Stöcke zwischen die Beine geworfen hat. Perfektion bedeutet nichts, am Ball bleiben schon.

Dein Leben läuft nicht immer wie geplant. Dir kann und wird immer wieder mal etwas in die Quere kommen. Wenn das passiert, lass dich nicht vom “Alles oder nichts” Denken stoppen. Es ist nicht so wichtig, wie viel perfekte Tage du hast. Es ist viel wichtiger, dass du nicht aufgibst und deine Ziele weiter verfolgst, auch wenn es mal nicht läuft wie geplant. Versuch dir in solchen Situationen klar zu machen, dass es nicht ums Gewinnen oder Verlieren geht. Es macht einen Unterschied, ob du einmal eine schlechte Entscheidung triffst oder direkt zehnmal hintereinander.

Mit diesen zwei Fragen vermeidest du „Alles oder nichts” Denken

Du wirst immer Ausrutscher haben und selbst bei der besten Vorbereitung werden immer unvorhergesehen Dinge passieren und Hindernisse auftauchen. Wenn du in eine solche Situation kommst, lass dich davon nicht aus der Ruhe bringen. Versuch dir klar zu machen, dass es – auch jetzt noch! – einen Unterschied macht, wie du dich in dieser Situation entscheidest. Du kannst es immer noch besser oder schlimmer machen. Dabei helfen dir zwei Fragen:

  1. Was ist das Beste, was ich jetzt aus dieser Situation noch machen kann? Wie kann ich den Schaden minimieren? Wie kann ich noch Nutzen hieraus ziehen? 
  2. Wenn ich morgen oder in einer Woche an diesen Punkt zurückdenke: Wie würde ich meine Entscheidung bewerten?

Mit diesen Punkten bist du für den nächsten Rückschlag oder das nächste unvorhergesehene Hindernis besser gerüstet.


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Photo by Ivan Aleksic on Unsplash

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