Konzentriere dich auf den Weg nicht auf das Ziel!

Konzentriere dich auf den Weg nicht auf das Ziel!

Wenn du etwas verändern willst, brauchst du ein Ziel, oder? Woher sollst du sonst wissen, in welche Richtung die Reise eigentlich gehen soll? Für dich spielt es spielt wahrscheinlich keine Rolle, ob du ein bestimmtes Ziel in einer bestimmten Zeit erreichst. Wenn du mit dem Laufen beginnen willst, weil du dich mehr bewegen möchtest, ist es egal, ob du nach 3 Monaten einen 10 km Lauf in 55 Minuten beenden kannst. Viel wichtiger ist, dass du – auch danach noch! – regelmäßig läufst. Konzentriere dich auf den Weg und nicht auf das Ziel!

Absolute Ziele helfen dir nicht

Absolute Ziele beziehen sich auf ein konkretes, messbares Ergebnis, das du in einer bestimmten Zeit erreichen willst. Nach dieser Zeit kannst du messen, ob du das Ziel erreicht hast, oder nicht. Das Resultat ist eindeutig: Entweder du hast dein Ziel erreicht, oder du bist gescheitert. Was ist aber, wenn du dein Ziel verfehlst? Sagen wir, du wolltest 10 Kilogramm in einem Jahr abnehmen, aber hast „nur“ 8 Kilogramm geschafft? Wenn du dich an deinem Ziel misst, bist du gescheitert, denn du hast noch 2 Kilogramm zu viel auf der Waage. Du hast in dem Jahr vielleicht viel über gesundes Essen gelernt, hast deine Ernährung umgestellt, lebst gesünder und fühlst dich viel besser. Aber trotzdem bist du, gemessen an deinem Ziel, gescheitert.

Wenn du etwas in deinem Leben verändern willst, können absolute Ziele einen falschen Anreiz setzen und ein schlechter Maßstab sein. Du willst langfristig erfolgreich mit deiner Veränderung sein. Sie soll fest in deinem Leben verankert werden. Dabei hilft das einmalige Erreichen eines bestimmten Ziels dir aber nicht unbedingt. Du brauchst eine andere Art von Zielen, die dir dabei hilft, dauerhafte Veränderung in dein Leben zu bringen.

Prozessziele helfen dir dabei etwas dauerhaft zu verändern

Es gibt eine viel bessere Art, wie du dir Ziele  setzen kannst, die dir bei Veränderung helfen. Diese Art von Zielen nennt man Prozessziele. Im Gegensatz zu Ergebniszielen konzentrieren sich Prozessziele darauf was du tust und wie oft du es tust. Sie beziehen sich nicht auf das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses, sondern auf den Weg dahin. Es geht darum, dass du etwas Bestimmtes tust.

Wenn dein Ziel ist, mit dem Laufen anzufangen, kannst du dir zum Beispiel vornehmen, jede Woche 3 Mal für 20 Minuten zu laufen. Wie schnell du bist oder welche Strecke du schaffst, ist egal. Du läufst einfach 20 Minuten. Es ist nur wichtig, dass du es konsequent machst. Ob du in 6 Monaten 10 km in unter einer Stunde laufen kannst, ist egal. Natürlich kannst du dich langfristig steigern, niemand hält dich davon ab. Aber das ist eben erst Schritt zwei, nachdem du Laufen fest in deinem Leben integriert hast. Mit der Zeit wirst du durch regelmäßiges Training automatisch schneller werden und deine Strecke wird sich verlängern.

Wenn du Gewicht verlieren möchtest, dann könnte dein Ziel sein, jeden Tag mindestens zwei gesunde Mahlzeit zu essen. Du wirst mit der Zeit gesündere Essgewohnheiten entwickeln. Vielleicht nimmst du nicht sofort 5 kg im ersten Montag ab. Aber du ernährst dich gesünder. Das schafft eine viel bessere Basis für eine langfristige Gewichtsreduktion als eine kurzfristige Crash-Diät, mit der du 5 kg in 4 Wochen abnehmen willst. Außerdem musst du dich nicht am Monatsende wie ein*e Verlierer*in fühlen, weil du nicht wie anvisierten 5 kg geschafft hast. Nach einer gesunden Mahlzeit kommt dann die zweite. Du denkst vielleicht anders über Naschen nach, kaufst anders ein, fängst vielleicht mit Sport an… Wer weiß wo dich dieser Prozess noch weiter hinführt.

Ignoriere deine Leistung erstmal

Diese Denkweise hat einen sehr großen Vorteil: Deine Leistung spielt erst einmal keine Rolle. Es ist egal, ob du gut oder schlecht in etwas bist. Du konzentrierst dich nur darauf das neue Verhalten einzuüben. Durch die regelmäßige Wiederholung wird dein Verhalten daher ein fester Bestandteil deines Alltags und mit jeder Woche fällt es dir etwas leichter.
Wenn du am Anfang nicht so sehr auf deine Leistung achtest, senkst du die Gefahr zu scheitern. Denn du hast kein absolutes Ziel, das du erreichen musst. Es können so viele Dinge dazwischen kommen. Ob du es schaffst, in einem halben Jahr zehn Kilogramm abzunehmen, hast du nur bedingt unter Kontrolle. Ob du es schaffst jeden Tag konsequent mindestens eine gesunde Mahlzeit zu essen dagegen schon.

Langfristig werden die Ergebnisse kommen, auch wenn du dich erstmal nur auf dein Verhalten und nicht auf deine Leistung konzentrierst. Wenn du dreimal die Woche läufst, wird dein Körper sich an die neue Belastung anpassen und du wirst schneller werden. Wenn du konsequent zwei gesunde Mahlzeiten am Tag ist, wirst du sehr wahrscheinlich auch langsam aber stetig abnehmen.

Dieser Blog hier ist ein gutes Beispiel, wie ich Prozessziele nutze. Ich habe mir als Ziel gesetzt jeden Tag daran zu arbeiten. Ob ich nach einem Jahr eine bestimmte Menge Visits pro Tag habe, liegt nur zum Teil in meiner Kontrolle. Daher ist das erstmal nicht so wichtig für mich. Viel wichtiger ist es, dass ich mich daran gewöhne, die Dinge zu tun, die mir langfristig mehr Leser*innen bringen: Themen recherchieren, Artikel schreiben, auf Instagram oder Twitter posten und so weiter.

Wettkämpfe und Challenges kommen später

Was spricht jetzt dagegen sich direkt für einen Wettkampf wie zum Beispiel einen Marathon anzumelden? Ich denke, es ist erfolgversprechender, wenn du erst einmal dein neues Verhalten fest etablierst und es zu einem Teil von dir machst. Du willst wahrscheinlich nicht nur diesen einen Wettkampf mitmachen, sondern dich langfristig verändern. Wenn du das geschafft hast, spricht überhaupt nichts dagegen, dass du dich selbst auch mal auf die Probe stellst.

Ganz im Gegenteil: Wettkämpfe oder “Challenges” in einer Gruppe oder mit Freunden können dir einen extra Kick geben. Ich selbst habe immer wieder an Wettkämpfen wie Marathons oder Ironman teilgenommen. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich Sport schon lange in mein Leben integriert. Auch wenn die Wettkämpfe an sich natürlich große Herausforderung waren: Es gab für mich nie das Risiko mit dem Sport wieder aufzuhören, weil ich das Ziel nicht erreiche. Ich konnte in dem Sinne nicht scheitern und habe diese Wettkämpfe als Etappen auf meinem Weg genutzt.

Konzentriere dich auf den Weg

Wenn du etwas Neues lernen oder etwas verändern willst, dann konzentriere dich auf den Weg, der dich dorthin führt. Baue es in deinen Alltag ein und verankere es dort fest. Absolute Ziele kannst du dir setzen, wenn du dein neues Verhalten sicher in deinem Leben etabliert hast. Dann brauchst du vielleicht Anregung und Motivation um dich zu verbessern. Bevor du dir aber direkt zu viel vornimmst, setze dir erstmal Prozessziele und steigere dich später!

In meinem Artikel Konsequenz schlägt Radikalität habe ich noch mehr über kurzfristige und langfristige Veränderung geschrieben.

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Photo by Alice Donovan Rouse on Unsplash

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