So wirst du nachhaltige Veränderung schaffen

So wirst du nachhaltige Veränderung schaffen

70 Prozent der “guten Vorsätze” scheitern jedes Jahr! Zum 1.1. spielt sich immer wieder das gleiche Spektakel ab. Alles soll anders werden! Jetzt ist Schluss! Wir starten durch und schaffen nachhaltige Veränderung! Gestern waren wir noch faul und lagen auf der Couch, aber im neuen Jahr werden wir unser Leben umkrempeln, und zwar von A bis Z: Kein Alkohol mehr, nicht mehr Rauchen, Sport anfangen, gesünder essen, weniger shoppen, mehr sparen und viel mehr Zeit mit Freunden oder der Familie verbringen. Wir werden ein ganz neuer Mensch, wir erfinden uns neu! Und natürlich: Alles gleichzeitig.

Nun machen wir einen kleinen Zeitsprung in den Sommer und siehe da: Wir liegen wieder auf der Couch. Die Sportschuhe liegen irgendwo im Schrank. Im Fitnessstudio waren wir auch seit Wochen nicht mehr und der Kontostand ist auch wieder nahe null. Die guten Vorsätze sind längst vergessen.

Studien haben gezeigt, dass nach einem halben Jahr schon 50 Prozent der Menschen ihre Vorsätze wieder aufgegeben haben. Die ersten geben sogar nach ca. 3. Wochen schon wieder auf! Langfristig halten nur 30 Prozent der Vorsätze (Quelle)

Das bedeutet also, dass 70 Prozent aufgeben!

Ich finde es schon bemerkenswert, dass das jedes Jahr immer wieder nach dem gleichen Muster abläuft und wir trotzdem so eine miserable Erfolgsquote haben.

Veränderung ist ein Kraftakt für unser Gehirn

Was machen die 70 Prozent falsch? Neben vielen individuellen Gründen gibt es einen Kardinalfehler, den wir immer wieder machen, wenn wir nachhaltige Veränderung schaffen oder etwas neu lernen wollen:

Wir nehmen uns viel zu viel auf einmal vor.

Für unser Gehirn ist es anstrengend etwas zu lernen oder etwas zu verändern. Das kostet Energie, und zwar nicht wenig! Obwohl unser Gehirn nur ungefähr 10 Prozent unseres Gewichts ausmacht, verbraucht es ca. 25 Prozent der Nährstoffe. Wir stammen aus einer Zeit, in der diese nicht immer ausreichend vorhanden waren. Möglichst sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen war ein Vorteil, der über Leben und Tod entscheiden konnte.

Wenn wir uns vorstellen, dass jede bewusste Entscheidung Arbeit für unser Gehirn ist, dann wird klar, wie es Energie spart: Es versucht möglichst wenig zu entscheiden. Das geht am besten, wenn es Entscheidungen immer wieder gleich trifft und sich an bewährtes Vorgehen hält. Diese Abläufe kann unser Gehirn nutzen, ohne groß darüber nachzudenken. Du ahnst es vielleicht schon: Das sind deine Gewohnheiten. Du schläfst im Bett immer auf der gleichen Seite, putzt deine Zähne immer auf die gleiche Art und Weise, hast morgens deine Routine und reagierst sogar auf bestimmte Situationen immer wieder gleich.

Heute ist die Ausgangssituation natürlich ganz anders. Jetzt steht uns diese Eigenschaft unseres Gehirns auf einmal im Weg. Energiesparen ist nicht mehr wichtig. Es ist viel wichtiger in der Lage zu sein, Dinge zu verändern und flexibel zu sein. Aber so schnell funktioniert Evolution leider nicht. Wir werden also mit dieser Eigenschaft unseres Gehirns leben müssen. Und wenn wir uns diese Tatsache vor Augen halten, können wir auch lernen, wie es besser geht. Unser Gehirn kann uns die Sache zwar etwas schwerer mache. Aber die richtige Taktik hilft uns, trotzdem erfolgreich zu sein.

Teile dir deine Kraft ein um nachhaltige Veränderung zu schaffen

Nehmen wir einmal an, du hast etwas sehr Anstrengendes geplant. Du willst z.B. einen Marathon laufen, einen Berg besteigen oder eine sehr große Fahrradtour machen. Dir ist vorher klar, dass dich dies an deine Grenzen bringen wird. Du kannst es schaffen, aber du wirst danach erschöpft und müde sein. Wie wäre es jetzt, wenn du zusätzlich noch Hanteln mitnimmst, um deine Arme zwischendurch zu trainieren? Oder einen Basketball, um Dribblings zu üben?

Selbstverständlich würdest du das niemals tun, sondern dich voll auf deine Herausforderung konzentrieren.

Komischerweise machen wir das aber nicht, wenn wir nachhaltige Veränderung schaffen wollen. Wir nehmen uns viele Dinge gleichzeitig vor, denn wenn wir etwas verändern wollen, dann meistens radikal und schnell anstatt langsam und stetig. Dabei ist es mit unserem Willen zur Veränderung nicht anders als mit einem Muskel. Wenn wir einen Muskel benutzen, ermüdet er mit der Zeit. Seine Ausdauer ist nicht unbegrenzt. Irgendwann ist er erschöpft und kann nicht mehr. Er braucht erstmal eine Ruhepause, um sich zu erholen.

Mit unserer Willenskraft verhält es sich nicht anders. Wir können sie bis zu einem bestimmten Punkt nutzen, aber dann ist sie erschöpft. Wir brauchen eine Ruhepause. Und das ist genau der Zeitpunkt, an denen wir einen Ausrutscher haben, in unser altes Verhalten zurückfallen und aufgeben. Wir fühlen uns schwach und ausgelaugt. Ein innerer Monolog beginnt: “Warum tun wir uns das eigentlich an? Früher war doch auch alles ganz okay?”. Wir haben die Sprüche alle schon in uns gehört.

Auch wenn wir nur eine Sache verändern und uns ganz darauf konzentrieren, ermüden wir. Aber wenn wir uns mehrere Sachen gleichzeitig vornehmen, sind wir natürlich viel schneller erschöpft! Das wäre so, als würden wir beim Laufen noch unsere Arme mit Hanteln trainieren. Wenn du dich aber auf nur eine Sache konzentrierst, kannst du deine gesamte Energie in diese eine Sache stecken. Dir steht deine ganze Willenskraft dafür zur Verfügung. Die Chance, dass du schwache Momente vermeiden kannst, ist viel größer. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass du nachhaltige Veränderung schaffst, auch viel höher.

Nimm dir nur eine Sache vor um nachhaltige Veränderung zu schaffen

Jede Veränderung zehrt an unserer Ausdauer. Die ist nicht unendlich! Denke also schon ganz am Anfang daran, dich auf eine Sache zu konzentrieren. Gerade am Anfang sprudeln wir geradezu vor Ideen, was wir noch alles tun könnten und wir sind hoch motiviert. Die Versuchung ist groß, fünf Dinge auf einmal zu beginnen.

Widerstehe dieser Versuchung und nimm dir nur eine Sache vor.

Wenn die funktioniert, dann nimm dir die nächste Sache vor. Konzentriere dich nur auf die eine Sache, an der du jetzt arbeitest. Das klingt langsam, aber mit der Zeit wirst du eine Sache nach der anderen abhaken. Dann blickst du zurück und stellst fest, dass du viel mehr geschafft hast, als die Menschen, die am 1.1. alles gleichzeitig gestartet und spätestens im Sommer alles wieder aufgegeben haben. Aber du nicht! Du gehörst dann zu den 30 Prozent, die nachhaltige Veränderung schaffen!

Du möchtest mehr darüber lesen? Dann empfehle ich dir das Buch “The One Thing” von Gary Keller*:

Du willst wissen, wie du Veränderung meisterst? Dann folge diesem Link auf meiner Seite:

Du kannst auch gerne einen Kommentar hinterlassen was du darüber denkst oder mir eine Nachricht schreiben!


Photo by Ian Stauffer on Unsplash
* Affiliate Link

Related Posts

Konzentriere dich auf den Weg nicht auf das Ziel!

Konzentriere dich auf den Weg nicht auf das Ziel!

Vergleiche dich nur mit dir selbst

Vergleiche dich nur mit dir selbst

Nutze deine Faulheit!

Nutze deine Faulheit!

Konsequenz schlägt Radikalität

Konsequenz schlägt Radikalität

No Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.